Natur- und Artenschutz

Respekt für die Natur

Natur- und Artenschutz

Umweltschutz hat in der Schweiz lange Tradition und findet internationale Anerkennung. Umweltbewusste Aktivitäten gehören bei Schweizern zum guten Ton.

Tradition Umweltschutz

Umweltschutz hat in der Schweiz eine lange Tradition: Vor 100 Jahren wurde hier der erste Nationalpark der Alpen gegründet, der Schweizerische Nationalpark. Mit dem Wirtschaftsboom begannen spätestens in den 50er-Jahren Umweltprobleme wie verschmutzte Luft und Gewässer. Das Land reagierte mit strengen Gesetzen und förderte so innovative Studien zu umweltfreundlichen Techniken und Verfahren. Die Schweiz entwickelte früher als andere Länder ein besonderes Know-how in Sachen Umwelttechnologien und exportiert diese auch ins Ausland.

Heute ist der weltweite Klimawandel für das Alpenland ein besonders brisantes Thema: In den vergangenen 100 Jahren stieg hier die Durchschnittstemperatur um 1 bis 1,5 °C, während der weltweite Anstieg bei etwa 0,6° C lag. Damit einher geht ein Rückgang der biologischen Vielfalt: Die höheren Temperaturen verursachen einen Anstieg der Baumgrenzen, auf bestimmte Höhenlagen spezialisierte Tierarten riskieren ihre gewohnten Lebensräume. Dem Artenschutz widmen sich deshalb viele Schweizer Vereine und Initiativen. Das Land überwacht die sogenannte Biodiversität gemäß der „UN-Konvention über biologische Vielfalt“ mit einem Monitoring.

Naturressource Wasser

Wasser ist neben Holz eine der wenigen Naturressourcen der Schweiz, mit Wasserkraft werden etwa zwei Drittel der Elektrizität produziert. In den Seen und Flüssen der Schweiz kann gebadet werden, moderne Abwasserreinigungstechnik garantiert die Wasserqualität. Dank wassersparender Anlagen und dem rücksichtsvolleren Umgang der Bevölkerung mit dem kostbaren Nass konnte der Trinkwasserverbrauch pro Kopf und Tag von 500 Litern Mitte der 80er-Jahre auf heute etwa 309 Liter gesenkt werden (Quelle: Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW).

Recycling

Die Schweiz und die Schweizer sind Weltmeister im konsequenten Abfalltrennen und Recycling. Seit dem Jahr 2000 werden alle brennbaren Abfälle, die nicht wiederverwertet werden können, in modernen Kehrichtverbrennungs-Anlagen verbrannt. Diese haben perfekte Filtersysteme, die die Luftbelastung auf ein Minimum reduzieren, und produzieren meist gleichzeitig Energie.

Öffentlicher Verkehr

Mit etwa 20.000 Bahn-, Bus- und Schifffahrtskilometern hat die Schweiz das dichteste Verkehrsnetz der Welt. Nutzerfreundliche Konzepte wie der „Swiss Pass“, der die freie Fahrt mit Bahn, Bus und Schiff in der ganzen Schweiz  ermöglicht, animieren Einheimische und Gäste dazu, das Auto stehen zu lassen. Auch die innovativen Verkehrsverbünde von Städten und Umland tragen zur Abgasreduktion bei. In der Region Zürich benutzen mehr Pendler den öffentlichen Verkehr als das Privatauto. Die Lebensqualität der Schweizer Städte wie Genf und Zürich wird auch unter diesen ökologischen Gesichtspunkten in internationalen Rankings gelobt.

Biologische Landwirtschaft

Die Schweiz ist ebenfalls Vorreiter in Sachen Biolandbau und artgerechte Tierhaltung. Vor über 30 Jahren wurden hier die Grundlagen nachhaltiger Land- und Tierwirtschaft und damit der Produktion gesunder Lebensmittel erarbeitet. Kein Land der Welt hat einen so hohen Pro-Kopf-Verbrauch an Bioprodukten. Im Kanton Graubünden dominiert der biologisch bewirtschaftete Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche den konventionellen mit mehr als 50 Prozent.

Umweltbewusste Aktivitäten gehören bei den Schweizern quasi zum guten Ton, viele Bürger helfen bei Landschaftsprojekten mit und unterstützen Naturschutzvereine. Das ökologische Gewissen, das Interesse und die Bereitschaft selbst etwas für den Umweltschutz zu tun, ist bei den Schweizern stärker ausgebildet als bei den europäischen Nachbarn, so Europas größte Konsumentenstudie „Reader’s Digest European Trusted Brands 2010“. 94 Prozent der befragten Schweizer gaben an, im Haushalt den Abfall zu trennen (82 % europaweit), für 75 % ist die Umweltfreundlichkeit beim Autokauf der wichtigste Aspekt, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Top-Rankings

Das erfolgreiche Bemühen der Schweiz  um den Erhalt der Natur findet internationale Anerkennung: Im Ranking des „Environmental Performance Index“ der Columbia & Yale Universities werden Länder betreffend Umwelt, Luftverschmutzung, Wasserqualität, Biodiversität, Umgang mit natürlichen Ressourcen und Klimawandel beurteilt: Die Schweiz platzierte sich 2014 auf dem 1. Rang. Im Hinblick auf nachhaltigen Tourismus lag das Alpenland im „Global Travel & Tourism Competitiveness Report 2013“ wiederholt auf dem ersten Rang von 140 bewerteten Ländern.